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Franz DSV1739 Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2002 Beiträge: 5259 Wohnort: Pfaffing (Nähe München)
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Verfasst am: So Mai 07, 2006 21:50 Titel: Erfolgreiche Schauwellensittichzucht aus Rodgau: A. Conrades |
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Vielen Dank an Florian Böck für die Bilder und das Interview
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Verfasst am: Do 02 September 17:18 2010 Titel: Erfolgreiche Schauwellensittichzucht aus Rodgau: A. Conrades |
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Franz DSV1739 Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2002 Beiträge: 5259 Wohnort: Pfaffing (Nähe München)
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Verfasst am: Di Mai 09, 2006 12:59 Titel: |
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An dieser Stelle freue ich mich Ihnen das erste Interview in der Reihe „Das Aktuelle Interview" bei www.wellensittich.de präsentieren zu können. Andreas Conrades konnte in diesem Jahr schon, mit dem ein oder anderen Schauerfolg auf sich aufmerksam machen und belegt unter anderem auch durch seine Aussagen zum Hobby Schauwellensittichzucht, dass man es hier mit einem ernsthaften Züchter zu tun hat, von dem man in Zukunft hoffentlich noch einiges hören wird.
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Franz DSV1739 Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2002 Beiträge: 5259 Wohnort: Pfaffing (Nähe München)
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Verfasst am: Di Mai 09, 2006 13:00 Titel: |
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Florian Böck: Wie und wann sind Sie zum Hobby Wellensittichzucht gekommen?
Andreas Conrades:
Ich züchte schon seit Mitte der Siebziger Jahre Tiere. Ich fing mit der Zucht von Farbkanarien an, hatte später Positurkanarienvögel und Exoten. Nach Heirat und Umzug begann ich mit der Zucht von Rassekaninchen, wobei ich später auch meine Preisrichterprüfung für Rassekaninchen ablegte. Die Vogelzucht verlor ich aber nie aus dem Auge. Nach Um- und Ausbau unseres Hauses war die Möglichkeit für eine Zuchtanlage geschaffen. Wellensittiche hatten schon immer zu den Vögeln meines Interesses gehört, so dass es nahe lag, mich hier zu spezialisieren. Heute halte ich ausschließlich Wellensittiche.
Florian Böck: Welche Farbschläge züchten Sie und warum?
Andreas Conrades:
Die Frage ist einfach zu beantworten. Ich zähle die Normalen, Opaline und Zimter nicht zu den besonders erwähnenswerten Farbschlägen, da sie im Prinzip die Grundlage einer jeden Zucht, auch für andere Farbschläge, darstellen. Die übrigen Farbschläge wie Inos, Spangles, Australische und Rezessive Schecken besitze ich, weil sie mir gefallen. Man kann erfolgreich eh nur die Farbschläge züchten, die einem zusagen.
Wenn ich einen Lieblingsfarbschlag nennen müsste, würde ich den Normalvogel nennen.
Florian Böck: Von welchen Züchtern bezogen Sie Ihre ersten Schauwellensittiche und auf welchen Zuchten basiert ihr aktueller Stamm?
Andreas Conrades:
Ich fing 1999 mit der Schauwellensittichzucht an. Meine ersten Vögel erhielt ich von Hugo Bohn, Manfred Kanzler und einem unbekannten Züchter. Seit 2001 erwarb ich ausschließlich meine Wellensittiche von dem Schweizer Züchter Daniel Lütolf. Mein heutiger Zuchtstamm besteht zu über 90% aus Nachzuchtvögeln der Lütolfzucht.
Mit Hugo Bohn verbinde ich eine enge Zuchtfreundschaft, auch mit Daniel Lütolf habe ich regelmäßig Kontakt.
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Franz DSV1739 Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2002 Beiträge: 5259 Wohnort: Pfaffing (Nähe München)
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Verfasst am: Di Mai 09, 2006 13:02 Titel: |
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Florian Böck: Welche Fütterung praktizieren Sie?
Andreas Conrades:
Aus der Fütterung mache ich kein Geheimnis. Möglichst viel „Natur" ist angesagt. Oftmals sammle ich im Sommer halbreife Unkrautsamen und verfüttere sie.
Als Futterbasis dient ein gutes Wellensittichmischfutter.
Ein handelsübliches Aufzuchtsfutter feuchte ich mit geriebenem Gemüse, gekochtem Ei und gekeimten Hafer an und mische zugekaufte oder aus dem Garten getrocknete Kräuter, etwas Bierhefe und einen guten Futterkalk zu. Das Gemüse variiere ich je nach Verfügbarkeit.
Die Tiere bevorzugen aber geriebene Salatgurken, geriebenen Sellerie und Vogelmiere.
Ich unterscheide fütterungstechnisch nicht zwischen Zucht und Ruhe. Zuviel angemachtes Eifutter verteile ich in den Volieren.
An Zusatzstoffen gebe ich einmal wöchentlich ein Multivitaminpulver unters Aufzuchtfutter und ein flüssiges Calciumpräparat ins Trinkwasser. Vitamine verfüttere ich grundsätzlich nicht übers Trinkwasser. Meinen Tieren in den Volieren steht immer frisches Badewasser zur Verfügung.
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Franz DSV1739 Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2002 Beiträge: 5259 Wohnort: Pfaffing (Nähe München)
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Verfasst am: Di Mai 09, 2006 13:03 Titel: |
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Florian Böck: Beschreiben Sie den Lesern Ihre Zuchtanlage und den jährlichen Turnus Ihrer Zucht?
Andreas Conrades:
Meine Zuchtanlage ist im Keller meines Wohnhauses untergebracht. Sie besteht aus zwei Zuchträumen und einer Futterküche. Darin befinden sich 3 Volieren und 19 Zuchtboxen plus einer Absetzbox. Die Anlage eignet sich für einen Vogelbestand von bis zu ca. 200 Tieren.
Eine Volierenerweiterung im Garten, in der ehemaligen Kaninchenzuchtanlage, ist für 2005/2006 geplant.
Wichtig erscheint mir neben einer guten Beleuchtung mit speziellen Tageslichtröhren eine ausreichend dimensionierte Frischluftzufuhr.
Planmäßig betreibe die Zucht etwa ab Mitte September bis ca. Ende Juni. Im Prinzip aber habe ich darüber hinaus immer das eine oder andere Paar in der Zucht. Oftmals zeigen Hennen Zuchtstimmung außerhalb des geplanten Zeitraumes, die man ausnutzen muss. Wie jeder weiß, entscheidet schlussendlich der Vogel über den Zeitpunkt von Zucht und Ruhe. Erfahrene Züchter erkennen und nutzen diesen Zeitpunkt. Hier liegt sicherlich auch der Schlüssel zum Erfolg.
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Franz DSV1739 Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2002 Beiträge: 5259 Wohnort: Pfaffing (Nähe München)
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Verfasst am: Di Mai 09, 2006 13:04 Titel: |
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Florian Böck: Wie viele Vögel befinden sich im Durchschnitt in Ihrer Zuchtanlage und welche Anzahl an Jungvögeln beringen Sie jährlich?
Andreas Conrades:
Ich habe 2004 115 Wellensittiche beringt. Für das Zuchtjahr 2005 plane ich einige Nachzuchtvögel mehr ein, da ich meine Zuchtboxen von 15 auf 19 aufgestockt habe.
Der derzeit durchschnittliche Vogelbestand beläuft sich auf ca.150 Wellensittiche.
Florian Böck: Ihr Kommentar zum Hobby Schauwellensittichzucht
Andreas Conrades:
Ich betreibe die Schauwellensittichzucht primär aus Freude und Spaß. Natürlich müssen weitere Faktoren hinzukommen, um sich erfolgreich am Ausstellungswesen zu beteiligen. Nur auszustellen um mitzumachen, langt nicht, ein gewisser Ehrgeiz muss in einem stecken. Die Herausforderung einerseits Zuchtziele zu erreichen und danach damit auch erfolgreich zu sein, reizt mich.
Darüber hinaus ist eine gehörige Portion an Leidensfähigkeit und Idealismus gefragt. Jedem Züchter, egal welcher Rasse oder Tierart, geht es so, dass immer den vermeintlich besten Tieren etwas passiert. Diese Rückschläge wegstecken zu können, ist nicht immer einfach, aber diese Charakterzüge sind Voraussetzungen für unser Züchterhobby.
Florian Böck: Wie beurteilen Sie das temporäre Leistungsgefüge der deutschen bzw. internationalen Schauwellensittichzucht?
Andreas Conrades:
Man trifft sicherlich den Punkt, wenn man die Begrifflichkeit des ursprünglich „Englischen Schauwellensittichs" hin zum „Deutschen Schauwellensittich" erwähnt. Jo Mannes hat den Schauvogel nachhaltig geprägt.
Die Zukunft wird zeigen, wo der Weg hingeht.
Heute kann jeder überall Vögel erwerben und auf großen Schauen sich internationaler Konkurrenz stellen. Ich weiß nicht, ob man künftig von deutschen, englischen, schweizerischen oder sonstigen fremdländischen Zuchten sprechen sollte. Die Züchter werden sich alle vom Typ her an den Siegervögeln der großen Schauen orientieren. Sprechen wir lieber von der Gemeinschaft internationaler Wellensittichzüchter /-liebhaber.
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Franz DSV1739 Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2002 Beiträge: 5259 Wohnort: Pfaffing (Nähe München)
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Verfasst am: Di Mai 09, 2006 13:05 Titel: |
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Florian Böck: Welche Defizite sehen sie im organisatorischen Rahmen Ihres Hobbies (von Verbandsseite etc.)
Andreas Conrades:
Ich gehöre zwei großen Organisationen an. Über meinen Heimatverein, dem Vogelzuchtverein 1952 Münster, bin ich im DKB organisiert. Meine Wellensittiche stelle ich aber überwiegend bei der AZ aus.
Mit dem DSV gibt es noch eine weitere große Vereinigung, die den Wellensittich betreut.
Braucht man wirklich so viele Verbände?
Alle Verbände klagen über rückläufige Mitglieder- und Ausstellerzahlen.
Ist es deshalb für die Zukunft nicht besser, wenn die Kräfte vereint werden?
Florian Böck: Wie beurteilen Sie die Zukunft der Schauwellensittichzucht?
Andreas Conrades:
Viele Züchter beklagen rückläufige Mitgliederzahlen und malen schwarz. Wir sollten die Situation zwar realistisch analysieren aber nicht immer alles nur negativ prognostizieren.
Ein bisschen mehr Optimismus für die Zukunft und dem Nachdenken darüber, wie man unsere gemeinsame Sache attraktiver machen kann, würde bestimmt weiterhelfen.
Ideen hierfür wurden schon veröffentlicht. Mit Interesse habe ich die Ideen des Championzüchters Reimann in der „Wellensittich Welt 08/04" gelesen. Er schlug als Bereicherung für das Schauwesen eine Schaurangliste vor. Diese Vorschläge weisen sicherlich den richtigen Weg. Sie bieten den Züchtern weitere Möglichkeiten, sich zu präsentieren, auch wenn sie nicht immer den Schausieger stellen.
Man kann die Ideen auch weiterführen. Ist es nicht attraktiv, auf Basis eines solchen Rankings der beste Schecken-, Ino- oder Spanglezüchter zu sein?
Florian Böck: Warum ist die Schauwellensittichzucht für Sie ein interessantes Hobby?
Andreas Conrades:
Man muss den Wellensittich ganz einfach mögen oder nicht. Ich bin bei jedem Jungvogel gespannt, ob das aus ihm wird, was ich mir bei der Anpaarung seiner Eltern versprochen habe.
Florian Böck: Wie stark beurteilen Sie Ihre eigene Zucht?
Andreas Conrades:
In der Tierzucht gibt es den Begriff der „Stallblindheit", d.h., man sieht die Fehler der eigenen Zucht nicht und beurteilt seine Tiere oftmals besser als sie wirklich sind. Ich versuche, jährlich eine Steigerung der Qualität der Vögel zu erreichen oder zumindest, den Zuchtstand zu halten. Ich habe aber diesbezüglich noch einige Ziele, ohne dass ich hier Schwächen meiner Zucht nennen will.
Die Qualität der Zucht sollen andere beurteilen bzw. dokumentiert sich in den Schauresultaten. Derzeit (2004) bin ich bei der AZ in der Züchterstufe eingestuft.
1,0 Opalin Spangle Dunkelblau
1,0 Spangle DF Gelb
1,0 Spangle Graugrün
1,0 Spangle Hellblau
Florian Böck: Welche Vor- und Nachteile birgt Ihrer Meinung nach das Internet als neues Medium für Tierhalter im Allgemeinen und die Schauwellensittichzucht im Besonderen?
Andreas Conrades:
Im Prinzip sehe ich durch das Internet keine Nachteile. Wer dieses Medium nicht nutzen will, kann darauf verzichten.
Die Vorteile liegen doch klar auf der Hand:
· Möglichkeiten der weltweiten Präsentation seiner Zucht
· Schnelle Kommunikationsmöglichkeit weltweit durch Mailing auch in Verbindung mit Bildübermittlung
· Hervorragendes Informationsmedium
· Möglichkeiten der effizienteren Abwicklung der Verbandsarbeit, z.B.
Ringbestellung Online
Formulare aus dem Internet
Schauanmeldung Online
Verbandsmitteilungen Online
Die Liste lässt sich endlos weiterführen.
Ich kann z.B. schon lange nicht verstehen, warum eine Bescheinigung des Veterinäramtes von jedem Aussteller einzeln für viel Geld nachgewiesen werden muss. Kann man nicht seitens der Organisatoren einmal eine Verteilerliste erstellen, die alle Veterinärämter enthält und anschließend mit einem einzigen Schreiben eine entsprechende Abfrage bei den Ämtern machen. Es müssten eigentlich nur die Ämter melden, die einen Positivbefund vorliegen haben. Von den großen Verbänden müsste doch so etwas zusammen mit den zuständigen Ämtern zu organisieren sein. Der Züchter könnte sich viel Geld und Lauferei ersparen. Das Internet bietet sich dafür förmlich an. Die Behörden werben doch mit e-government für Bürgerfreundlichkeit und schnellen Service.
Florian Böck: Wie gehen sie mit Krankheiten Ihrer Vögel um und welche Medikamente kommen (wenn überhaupt) bei Ihnen zum Einsatz?
Andreas Conrades:
Krankheiten bei Vögeln sind nur dann erfolgreich zu behandeln, wenn diese frühzeitig erkannt werden. Ein geübter Blick durch den Bestand langt erfahrenen Züchtern, sofort den Vogel zu erkennen, mit dem etwas nicht in Ordnung ist. Etwas Wärme und Rotlicht hilf dann oftmals.
Ernsthafte Krankheiten können nur durch den Tierarzt behandelt werden, obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass bei ernsthaften Erkrankungen die Überlebenschancen niedrig sind.
Florian Böck: Was waren Ihre bisher größten Schauerfolge?
Andreas Conrades:
Das Ausstellungsjahr 2004 hat für mich sehr gut begonnen.
Mein größter Erfolg bisher war der Schausieg bei der Mainfrankenschau 2004 in Würzburg mit einer hellgrünen Henne und der Gruppensieg bei den hellgrünen Spangles beim Europachampionat 2004 in Karlsruhe. Auf diesem Championat stellte ich in der Ausstellerstufe –Z- auch den besten A-Schecken, den besten Ino und den besten Spangle aus.
Ich hoffe Ihnen hat das erste Interview mit Herrn Conrades ebenso gut gefallen wie mir selbst und Sie konnten einige brauchbare, sowie interessante Auffassungen zum Hobby Schauwellensittichzucht entnehmen. Die dem Interview beigefügten Bilder von Vögeln aus der Conrades-Zucht belegen, dass es in Deutschland nicht nur in den Spitzenzuchten sehr gute Vögel gibt. Vielen Dank auch an Andreas Conrades, der sich die Zeit genommen hat, alle Fragen ausführlich und fundiert zu beantworten.
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