Advent

Hier können sich die User (mit Bild!) vorstellen und über alle Themen quatschen die nicht in die Rubriken Haltung oder Zucht passen oder gar nix mit dem lieben Federvieh zu tun haben.

Moderatoren: Kero, DSV2495

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Reyke75
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Re: Advent

Beitrag von Reyke75 »

@Apo: Danke für das Gedicht.



Ich wünsche allen ein schönes 3. Adventswochenende! ✨
LG Reyke mit Kevin, Joy ,James, Jessie, Susi ,Tony, Bill und Jack😍

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Anne DSV2252
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Re: Advent

Beitrag von Anne DSV2252 »

Danke Karolina für das nette Gedicht

Liebe Andrea die auch Danke
Gruß Marianne Bild

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Andrea DSV2463
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Re: Advent

Beitrag von Andrea DSV2463 »

Bild Guten Morgen Ihr Lieben!

Wie läuft das eigentlich: Kippen wir einander am Weihnachtsmorgen 24 Schokoladentäfelchen auf den Tisch und sagen: »Zack, hier, zur Feier des Tages«?
Nein, denn das würde dem Prinzip Weihnachten widersprechen: Alles auf einmal zu wollen ist das Gegenteil von freudiger Erwartung.
Lieber jeden Tag ein anderes Stück Schokolade hinter den Türchen des Adventskalenders als alle auf einmal.
Weil wir vor Weihnachten etwas tun, was wir so gut wie verlernt haben: Wir zelebrieren Vorfreude.

Weihnachten ist die letzte Bastion der Vorfreude. Jenseits von Weihnachten gilt: Je schneller, desto besser.
Indem wir uns alles, was wir wollen, sofort verschaffen, schaffen wir die Vorfreude ab.
Wie so vieles ist das ein digitales Phänomen. Früher waren zum Beispiel Schallplatten, Bücher und Filme Quellen der Vorfreude.
Wenn Kate Bush eine neue Platte rausbrachte, musste man warten, bis es sie im Plattenladen gab. Der Plattenhändler sagte:
"Vielleicht am Freitag, spätestens Montag. Wenn sie dann da war, musste man sie nach Hause tragen. Auf dem Weg konnte man sie nicht hören,
man konnte sie sich höchstens vorstellen. Zu Hause musste man die Platte aus der Hülle holen, dann aus der Innenhülle, sie dann in einer Hand balancieren, ohne aufs Vinyl zu fassen, den Deckel des Plattenspielers hochklappen und so weiter – alles reine, unverfälschte Vorfreude.

Besonders groß ist der Kontrast bei Filmen. Hier das Kino als Herberge der Vorfreude, der Geruch nach Popcorn in der Lobby, die Werbung,
die Vorschauen, das Licht, der Gong; - und da, direkt vor einem auf dem Schreibtisch, der Rechner.
Sodass zwischen dem Gedanken »Ich will jetzt „Der Gott des Gemetzels“ sehen und dem Film, der aus dem Rechner strömt,
wirklich nur Sekunden liegen. Mag sein, dass einem der Film gefällt. Aber drauf gefreut hat man sich nicht.

Wir freuen uns auch nicht mehr auf Fotos, denn wir haben sie ja schon gesehen, hinten auf der Kamera, während sie gemacht wurden.
Wir freuen uns nicht mehr auf interessante Neuigkeiten: Niemand muss mehr bis zu den nächsten Nachrichten warten,
um die Bundesliga-Ergebnisse zu erfahren. Man muss nicht mal in der Nähe eines Radios oder Fernsehers sein,
denn irgendjemand hat immer ein sogenanntes digitales Endgerät dabei.

Schleichend verschwindet die Vorfreude auch aus unseren Beziehungen und Freundschaften.
Wenn einem früher was Lustiges oder Interessantes passierte, dachte man bei sich: »Hehe, wenn ich das meinen Freunden erzähle!«
Wenn man heute erzählt, dass einem das Auto abgeschleppt wurde mit der Geburtstagstorte auf dem Beifahrersitz, heißt es nur noch:
»Ja, stimmt, hast du ja letzte Woche schon auf facebook gepostet.«

All das ist keine Nostalgie, sondern nüchterne Zwischenbilanz im Kulturkampf zwischen Vorfreude und dem,
was Wirtschaftswissenschaftler »instant gratification« nennen, sofortige Belohnung.
Im Moment steht es 1:0 für das Team »instant gratification«.
Was dumm ist, denn wir brauchen die Vorfreude. Unser Gehirn ernährt sich geradezu von Vorfreude.
Sie dient ihm dazu, allerhand positive Fähigkeiten auszubilden.
Zum Beispiel Zuversicht. Oder: ein realistisches, aber positives Selbstbild. Lebenszufriedenheit.

Wer sich vorfreut lernt, Freude insgesamt intensiver zu erleben.

Wenn man abends im Bett liegt, an den nächsten Tag denkt und feststellt, dass es nichts gibt, worauf man sich freuen kann
– dann ist es höchste Zeit, etwas zu verändern. Indem man wieder verbindliche Verabredungen trifft, auf die man sich freuen kann,
statt sich bis zum letzten Moment alles offenzulassen. Indem man Dinge plant, die sich nicht runterladen lassen,
analoge Vergnügungen wie Spaziergänge, Kochen, Sport oder einen Museumsbesuch.
Indem man wieder lernt, die Termine, die einem bevorstehen, nicht als Stress zu empfinden, sondern als etwas, worauf zu warten sich lohnt.

Dann wäre das Leben auch ab Januar wieder hier und da wie die Vorweihnachtszeit für ein Kind.

Till Raether

Ich freue mich schon seit Tagen auf den heutigen Nachmittag und Abend! Ich fahre mit ehemaligen Arbeitskolleginnen
zum Weihnachtsmarkt nach Münster und abends gehen wir dort zu einer Vorstellung ins GOP!
Wir haben diesen gemeinsamen Tag einer Kollegin geschenkt, die dieses Jahr in den Ruhestand gegangen ist.
Damit haben wir nicht nur ihr, sondern uns allen ein Geschenk gemacht! :-D

Bild Euch wünsche ich natürlich auch ein schönes 3. Adventswochenende mit viel Vorfreude
auf die kommenden Weihnachtstage
Liebe Grüße von Andrea mit

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Potswellis
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Re: Advent

Beitrag von Potswellis »

Wunderschön und besinnlich. Das regt zum Nachdenken an.
Dankeschön Andrea.
LG
von Miss Daisy, Mr Pedro, Snoopy
und die Federlose Ute

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Andrea DSV2463
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Re: Advent

Beitrag von Andrea DSV2463 »

Danke fürs Feedback, liebe Ute! :-D

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Weihnachten
Liebäugelnd zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit
Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.
Joachim Ringelnatz
Liebe Grüße von Andrea mit

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Potswellis
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Re: Advent

Beitrag von Potswellis »

Wie schön, Danke
LG
von Miss Daisy, Mr Pedro, Snoopy
und die Federlose Ute

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Reyke75
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Re: Advent

Beitrag von Reyke75 »

Danke auch ,und die Weihnachtssterne sind 👍
LG Reyke mit Kevin, Joy ,James, Jessie, Susi ,Tony, Bill und Jack😍

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Gitta
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Re: Advent

Beitrag von Gitta »

Ich danke Euch allen für die bisherigen schönen Beiträge :-D

Heute will ich mich auch mal mit einem kleinen Gedicht beteiligen...

Seltsame Töne
Ein Kichern und Tuscheln,
ein Wispern und Raunen.
Die seltsamen Töne,
sie lassen mich staunen.

Hier sitzen die Engel
und singen im Chor.
Dort werkeln sie eifrig,
was geht denn da vor?

Die himmlischen Lieder,
geübt mit viel Fleiß.
Geschenke gebastelt,
das ist der Beweis!

Auch riecht es nach Plätzchen
mit Anis und Zimt.
Es weihnachtet wieder,
jetzt weiß ich´s bestimmt.
Liebe Grüße,
Gitta

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Wenn Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, werden Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!!!!

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Gitta
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Re: Advent

Beitrag von Gitta »

Im Text des Gedichtes ist mir der Satz "Geschenke basteln" ins Auge gefallen und dabei fiel mir ein, dass ich Euch ja noch gar nicht berichtet habe, was Finley in diesem Jahr gebastelt hat :sad:
Schließlich ist das schon Tradition, dass Ihr lange vor den Beschenkten wisst, was es zu Weihnachten gibt :lol:

Zu Beginn der Adventszeit haben wir einen Weihnachtszug aus Lebkuchen gebastelt.
Die Einzelteile waren vorgefertigt und mussten nur noch mit Zuckerguss aneinander geklebt werden.

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Mal machte es weniger Spaß

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mal mehr :lol:

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Mit dem Ergebnis waren wir dann aber sehr zufrieden

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Max gefiel es auch

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Zuletzt geändert von Gitta am Fr Dez 20, 2019 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße,
Gitta

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Gitta
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Re: Advent

Beitrag von Gitta »

Für Mama und Papa, Omas und Opas und Tante Jana haben wir in diesem Jahr Tassen bemalt

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wir haben 2 Adventswochenenden dafür gebraucht

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dann waren 8 Tassen fertig

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Bild

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Bild

Anschließend haben wir im Backofen die Farbe eingebrannt und die Tassen in Geschenkpapier gepackt.

Wir hatten viel Spaß bei der "Arbeit" und hoffen, dass sich die Beschenkten auch darüber freuen.
Liebe Grüße,
Gitta

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Anne DSV2252
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Re: Advent

Beitrag von Anne DSV2252 »

Liebe Gitta kommt dir das bekannt vor :lol:

Wir haben Kekse gebacken.
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Dann musste die Schüssel ausgeschleckt werden, dabei muss man sich dann auf die Arbeitsplatte setzen.
Das macht er von klein auf :lol:
Bild

Danke für dein schönes Gedicht
Gruß Marianne Bild

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Re: Advent

Beitrag von Andrea DSV2463 »

Liebe Gitta, liebe Marianne,

vielen Dank für Eure tollen Beiträge samt Fotos der Jungs!!! :woot: :-D

Ja, mit Kindern erlebt man die Vorweihnachtszeit noch mal viel bewusster !!! :-D
Ich bin beeindruckt, von der Ausdauer der Jungs beim Backen und beim Erstellen
der tollen Geschenkideen. :-D :-D

Da werden sich die Beschenkten sicher sehr freuen.
Selbst gemachte Geschenke sind einfach unbezahlbar und wenn Sie dann noch vom
Kind oder Enkel hergestellt wurden, werden sie immer in Ehren gehalten.

Ich vermute mal, dass sich niemand so recht trauen wird, den tollen Lebkuchenzug zu verspeisen ;)
... außer Max natürlich :shock: :biggrin:
Liebe Grüße von Andrea mit

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Andrea DSV2463
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Re: Advent

Beitrag von Andrea DSV2463 »

Bild Guten Abend Ihr LIeben,
ich glaube die heutige Geschichte kennt Ihr schon,
... aber ich mag sie halt und daher immer wieder gerne zur Weihnachtszeit!
:blush: :-D

Paula überlebt Weihnachten
von Barbara Pronnet

Auf einem kleinen Bauernhof, der schon bessere Zeiten gesehen hatte, lebte noch der alte Hund Bello, die Kuh Frieda,
Kater Max und die Gans Paula. Als Paula geboren wurde, bedauerte sie bald kein Schwan geworden zu sein.
Sie putze sich pausenlos ihre weißen Federn, fraß nur die Hälfte des grässlichen Futters und achtete streng auf ihre Linie,
indem sie jeden Tag einen strammen Marsch um den Hof watschelte. Sie war eitel und vornehm.
Eine arrogante Gans, ein Möchte-Gern- Schwan eben.

Das missfiel natürlich auch der Bäuerin.
„So a dürres Vieh mog koana zu Weihnachten“ schimpfe sie bereits letztes Jahr im Stall bei der Fütterung,
als sich die anderen Gänse auf die alten Kartoffelschalen stürzten. Paula saß hochschnäbelig auf einer alten Holzkiste
und schaute verachtend ihren Artgenossen beim Schlemmen zu.
Das wird euer Todesurteil, ihr dummen Gänse. Paula erinnerte sich noch gut. Die Gänse bekamen in der Zeit besonders
viel zu fressen und als es immer kälter wurde und zu schneien begann, waren die Gänse plötzlich weg.
Der rotgesichtige Bauer, er lebte damals noch, packte sie an den Hälsen und steckte sie in eine Transportkiste
und fuhr mit ihnen weg. Eine dicke besonders dumme Gans, Paula konnte sie nicht ausstehen, wurde in die Küche gebracht
und als der Christbaum geschmückt in der Ecke stand, lag diese bereits knusprig braun gebraten in dem Bräter auf dem Herd.
Mit mir nicht, beschloss Paula darauf und zog ihr strenges Fitnessprogramm gnadenlos durch.

Jetzt stand wieder Weihnachten vor der Tür. Es wurde kalt und es roch nach Schnee. Die alte Bäuerin lebte alleine auf dem Hof
und kümmerte sich mehr schlecht als recht um das Gehöft und die Tiere. Sie hustete zum Steinerweichen.
Der Kater hatte sich längst auf dem Nachbarhof niedergelassen und kam nur noch sporadisch vorbei.

Paula spürte die Gefahr. Weihnachten war ein Fest des Grauens für Gänse. Die Bauersfrau hatte ihr gestern das Fressen gebracht
und sie genau beäugt. „Diesmal bist fällig, für mich reichts, du depperte Gans“ und verließ hinkend den Stall.

„Brings hinter dich“ knurrte der alte Hund und schlief wieder ein. Die Kuh fraß wortlos ihr Heu und schaute Paula mit traurigem Blick an.
Es war auch wirklich kein Vergnügen mehr. Ihre Artgenossen fehlten ihr, auch wenn Paula das ungern zugab.
Sie fror unter ihrem Federkleid. Eine schlanke Figur war im Winter ein Fluch.
Eine schlimme Zeit kam auf sie zu und sie fühlte ihr nahes Ende.

Am nächsten Morgen hörten die Tiere das Husten der Bäuerin bis in den Stall. Die erstickt sicher bald, dachte Paula
und schämte sich für ihre Gedanken. Was sollte denn aus den anderen werden?
Sie selber wurde sicher vorher noch verspeist und hatte es überstanden.

Sie hörten plötzlich die alte Bäuerin reden, krächzend und schnell. Dann wieder dieser schlimme Husten.
Im Stall war es vollkommen still. Bello und Frieda warteten auf ihr Fressen und Paula auf ihren Gang zum Schafott in den Bräter.
Nach einer Ewigkeit kam ein Auto mit Blinklampe und machte einen Höllenlärm. Paula watschelte zu der offenen Stalltür
und sah wie eine Frau und zwei Männer der Bäuerin in den Wagen halfen. Dann verließ das Auto den Hof in Windeseile.
„Sie ist weg“ sagte Paula zu den anderen. „Naja die kommt sicher gleich wieder, so zäh wie die ist.“
Sie warteten den Nachmittag und die ganze Nacht. Am nächsten Morgen verspürte sogar Paula leichten Hunger.
„Ich schau mal nach“. Paula verließ den Stall und sah, dass die Tür zum Haus angelehnt war.
Neugierig spähte Paula hinein in die gute Stube. Auf dem großen Holzofen thronte der Bräter.
Der Sarg steht also schon da. Eigentlich kann ich schon mal Probesitzen, dachte sie grimmig.
Galgenhumor war schon immer Paulas Stärke und sie flatterte auf den Tisch und hüpfte rüber auf den Herd.
Zumindest will ich hübsch sterben, dachte sie und stieg vorsichtig in den Bräter. Erhaben und stolz blickte Paula von oben herab
durch die Wohnstube und ihr kleines Gänseherz begann auf einmal heftig zu schlagen.
Soviel Entbehrung und Kasteiung hast du dir angetan und jetzt wirst du doch sterben wie alle anderen.
Die Alte kam sicher mit einem Mordshunger nach Hause und warum sollte ich sie nicht überraschen?
Sie kann mir gleich hier den Hals umdrehen und ich habe zumindest noch meinen Triumph und zeige ihr meinen Mut.
Paula fühlte sich sehr schlecht und müde. Das alles war auch wirklich der Horror. Sie schloss ihre Augen und begann einzudösen.
Sie träumte von einem herrlichen blauen See und sah sich mit wunderschönen Schwänen darin schwimmen. Es war wie im Märchen.

Paula hörte nicht den Wagen der in den Hof fuhr. Eine Frau, ein Mann und zwei kleine Mädchen stiegen aus und gingen zu dem Haus.
Sie betraten die Stube und in diesem Moment wachte Paula auf.
Sie erstarrte, konnte sich vor lauter Schreck nicht rühren. Der Familie ging es wohl genauso, denn sie schauten
auf die Gans im Bräter und konnten es nicht fassen. Doch dann lachten sie alle schallend und konnten nicht mehr aufhören.
„Sie dir das an“ sagte die Frau mit Tränen in den Augen zu ihrem Mann “der Weihnachtsbraten begrüßt uns schon“.
Die vier kamen vorsichtig auf Paula zu und der Mann sagte freundlich.
„Keine Angst, kleines Gänschen. Wir machen uns nix aus Fleisch, bei uns gibt’s Fisch zum Fest.
Und so schlank und pfiffig wie du bist, behalten wir dich als Unterstützung für Bello.“
„Die Oma ist im Krankenhaus und muss dann ins Heim und wir wohnen jetzt hier und kümmern uns um den Hof“
sagte eines der Mädchen und streichelte vorsichtig Paulas zitterndes Federkleid.

Paula erlöste sich langsam aus ihrer Starre, stieg schnell aus dem Bräter und flatterte in Richtung Ausgang.
Ihr hatte es die Sprache verschlagen. Schnell huschte sie zurück in den Stall und viel dort vor den anderen in eine gnädige Ohnmacht.
„Siehst du, nix Fressen ist schlecht für die Nerven“ knurrte Bello zu Frieda und schlief wieder ein.

Am Heiligen Abend, der Stall war gereinigt, die Tiere gefüttert, hörten diese plötzlich ein Singen.
„Oh du fröhliche ,oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“.
Paula wurde neugierig. Sie ging zu dem Haus und sah durch das kleine Fenster. Die Familie saß am Tisch
und verzehrte ihre Forellen mit Kartoffelsalat. Sie lachten und ließen sich das gute Essen schmecken.
Ein herrlich geschmückter Christbaum funkelte in der Ecke.

Eine nette Familie ist das, vor allem sind alle so schlank, dachte Paula zufrieden.
Weihnachten ist eigentlich schön, besonders wenn man es erleben darf, freute sie sich.
Sie hatte heute eine Ausnahme gemacht und das hochwertige Futter, welches ihr gereicht wurde, komplett aufgefressen.
Ein kleiner Rundgang um den Hof ist sicher gut für die Verdauung und sie konnte gleich noch nach dem Rechten sehen.
Paula schüttelte zufrieden ihr weißes Federkleid, streckte ihren langen Hals und watschelte stolz
durch die sternenklare stille Winternacht in eine glückliche Zukunft.


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Ich wünsche Euch allen ein schönes 4. Adventswochenende!! Bild
Liebe Grüße von Andrea mit

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Re: Advent

Beitrag von Reyke75 »

Ich wünsche auch allen ein schönes 4.Adventswochenende und Danke für die immer wieder schönen Bilder und Gedichte....das gibts immer was zu lesen😉👍😊
LG Reyke mit Kevin, Joy ,James, Jessie, Susi ,Tony, Bill und Jack😍

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dustybird
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Re: Advent

Beitrag von dustybird »

G.day from down under , wünsche Euch Frohe Feiertag . LG Gerd
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Re: Advent

Beitrag von Brassada »

Euch auch allen einen schönen 4. Advent !! :relaxed: :relaxed: :relaxed:
Liebe Andrea,Danke für Deine schöne Paula-Geschichte ! :relaxed:
Im DSV unter Nr.2547. Bild

Der tollen Fachberichte wegen

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Gehe nicht nur die glatten Strassen. Gehe Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterläßt und nicht nur Staub.
(Antoine de Saint-Exupéry)

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Re: Advent

Beitrag von Potswellis »

Sehr schöne Geschichten und Bilder. Nun ist die Adventszeit schon wieder vorbei.

Ich wünsche euch ein schönes Fest mit euren Lieben.
LG
von Miss Daisy, Mr Pedro, Snoopy
und die Federlose Ute

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Re: Advent

Beitrag von Andrea DSV2463 »

Vielen Dank für Eure netten Feedbacks
und auch für die Weihnachtsgrüße aus Australien!!
:-D

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Liebe Grüße von Andrea mit

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Andrea DSV2463
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Re: Advent

Beitrag von Andrea DSV2463 »

Bild Guten Morgen Ihr Lieben!

Mit dem heutigen Heiligabend endet die Adventszeit, die gefühlt wieder mal sehr schnell vergangen ist!

Ich möchte mich für Eure Beiträge in diesem Thread, für Euer Feedback und auch fürs stille,
interessierte Mitlesen bedanken und wünsche Euch und Euren ganzen Familien von Herzen
ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
Allen Kranken, die vielleicht nicht so feiern können, wie sie es gerne möchten, wünsche ich
von Herzen Geduld, Zuversicht und natürlich vor allem gute Besserung

Weihnachtszeit
Zeit, inne zu halten und das vergangene Jahr
mit all seinen Höhen und Tiefen Revue passieren zu lassen

Weihnachtszeit
Zeit, das Alte los zu lassen
und dem neuen Jahr mit Hoffnung und Freude entgegen zu treten

Weihnachtszeit
Zeit für unsere besten Wünsche:
Frohsinn, Besinnlichkeit, Ruhe und Herzlichkeit!


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Liebe Grüße von Andrea mit

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